Eine kurze Einführung – “Buy local” / “Lokal einkaufen”

Das Video “Buy Local” von Brad J.Aldridge zeigt kurz und knapp, warum es wichtig und gut ist, “lokal” einzukaufen. Ich habe es in meinem Einführungsvortrag zum Thema “Local Commerce” auf dem Barcamp München gezeigt.

Bei der darauf folgenden Diskussion fiel auf, dass die Definition des “lokalen Anbieters” nicht einfach ist. Immerhin haben auch Großunternehmen kleine & lokal ansässige Filialen. Andererseits verkaufen auch kleine Läden Produkte, die nicht in der Region angebaut oder hergestellt wurden. Um die Abgrenzung noch schwieriger zu machen: Der Handel lokaler Waren kann natürlich auch online und über große Supermärkte abgewickelt werden… Wahrscheinlich müsste die gesamte Wertschöpfungskette – von der Produktion über den Handel bis zum Kunden – bei einer Beurteilung betrachtet werden.

Der Macher des Videos ruft dazu auf, insbesondere die inhabergeführten und unabhängigen Unternehmen aus der näheren Umgebung zu unterstützen.

E-Commerce beeinflusst die Stadtentwicklung und verändert die lokale Ökonomie

Der Erfolg des E-Commerce hat Auswirkungen auf die Situation und Weiterentwicklung der lokalen Ökonomie. Ralph vom Piratenblog zog Parallelen zum Einfluss großer Shoppingcenter auf die Entwicklung der öffentlichen Räume in unseren Innenstädten. Die Ergebnisse meiner Recherchen über Studien zur Stadtentwicklung habe ich bereits veröffentlicht.

Regionale Selbstversorgung

Ein weiterer interessanter Aspekt war die Betrachtung der regionalen Selbstversorgung. Flo vom Pausen… hof (der sich u.a. mit “Permaculture” beschäftigt) brachte einen wichtigen weiteren Aspekt ein: Langfristige muss auch die Nachhaltigkeit beachtet werden. So können steigende Energiepreise auf Dauer Probleme verursachen, wenn die Versorgung einer Region sehr stark von Transporten aus fernen Regionen abhängig ist. Dafür nutzte er folgendes Gleichnis:

„Die Grundzutaten für einen Kuchen sollten möglichst regional angebaut werden. Der Zuckerguss darf auch aus der Ferne kommen. In einer Krise fehlt er dann eventuell, aber verhungern muss deswegen noch keiner.“

Wer weitere Informationen zum Thema regionales Wirtschaften sucht, kann gern z.B. auch auf den Seiten der ReWiG München mehr darüber lesen.

Lokale Unternehmen in der Wahrnehmung der Kunden

Es ist interessant, die Zusammenhänge und Hintergründe zu kennen. Auch hilfreich, andere darüber aufzuklären. Dogmatische Ansätze und moralische Zeigefinger eigenen sich schlecht für nachhaltige Veränderungen. Die beste Chancen auf nachhaltigen Erfolg haben Ideen, die den Nutzern Spaß machen und aktiv nachgefragt werden.

Als Inhaber eines kleinen lokalen Unternehmens bedeutet das aktiv zu werden. Dazu gehört es Kunden und Interessenten besser kennenzulernen um deren Ansprüche und Wünsche besser als andere Anbieter zu erfüllen.

Besonders interessant war daher, welche Attribute die Barcamper mit lokal ansässigen Unternehmen verbinden:

  • direkter Draht zum Inhaber und seinen Mitarbeitern (vs. anonymes Unternehmen)
  • höheres Vertrauen und Verbindlichkeit – “die lassen mich nicht hängen”
  • Unkompliziert Sachen ausprobieren (vs. Bestellung und Rücksendung)
  • Emotionen beim Kauf bestimmter Produkte (z.B. durch Haptik vs. Katalog)
  • Reduzierung der Komplexität (sinnvoll eingeschränktes Produktportfolio)
  • Leben in der Stadt durch Laufkundschaft (vs. tote Geisterstädte in manchen Regionen)

Der Preisunterschied spielte in der Diskussion eine untergeordnete Rolle. Er wird akzeptiert, solange er sich in einem nachvollziehbaren Rahmen bewegt. Insbesondere dann, wenn mit dem Angebot andere Vorteile verbunden sind. Dafür wurde z.B. die kompetente Beratung auf Augenhöhe genannt oder die Verfügbarkeit gewünschter Produkte “aus einer Hand”.

Natürlich gibt es sehr unterschiedliche Kunden. Es ist wichtig, sie besser kennenzulernen und sich auf dann besser auf die Erwartungen der interessantesten Kunden einzustellen.

Fazit der Diskussion

Ein Resultat der Diskussion war, dass lokale Unternehmen sich ihrer Stärken besser bewusst werden und diese aktiv weiter ausbauen sollten. “Das umfangreichste Angebot” oder “die niedrigsten Preise” sind dabei eher Merkmale großer (E-Commerce) Unternehmen. Wir von on2off fassen das folgendermaßen zusammen:

Kleine Unternehmen müssen es ihren Kunden einfacher machen, mit ihnen ins Geschäft zu kommen und auch zu bleiben.

Dazu gehört es aus unserer Sicht folgendes:

  • Unternehmen müssen sich finden lassen: lokale Unternehmen ohne zeitgemäße Online Präsenz sind für viele potentielle Interessenten einfach unsichtbar,
  • Klare und aktuelle Beschreibung von Produkte und Dienstleistungen: manchmal geht es eben einfach um Verfügbarkeit z.B. eines bestimmten aktuellen Buches vor Ort oder eines freien Termins beim Friseur um die Ecke,
  • Kompetenz & Persönlichkeit des Unternehmers (und ggf. seiner Mitarbeiter): diese machen in vielen Fällen den Unterschied aus. Direkter persönlicher Kontakt kann nicht so einfach ersetzt werden. Neue „social“ Webdienste können Interessenten dabei helfen, sich davon einen ersten Eindruck zu verschaffen.

Kunden einen direkteren und persönlicheren Kontakt sowie einen überdurchschnittlichen Service zu bieten, sind mit den heute zur Verfügung stehenden Werkzeugen einfacher und besser möglich, als jemals zuvor. Mit Hilfe von Social Media kann man seine Kunden schnell und direkt erreichen und ihnen alle Informationen bieten, die sie benötigen.

Angst vor Social Media braucht aber keiner zu haben. Um Ihnen den Anfang mit Social Media so einfach wie möglich zu machen, bietet wir Ihnen ein Social Media-Training an und unterstützt Sie bei der Entwicklung Ihrer eigenen Social Media Strategie.

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 Dieser Beitrag stammt aus unserem damaligen Projektblog "on2off".